Best Practices in der Softwareentwicklung, die jeder Entwickler kennen sollte

Best Practices in der Softwareentwicklung, die jeder Entwickler kennen sollte

So leistungsfähig und manchmal gefährlich künstliche Intelligenz auch sein mag: Wer Software entwickelt, sollte auch wissen, wie man manuell programmiert. Entwickler sollten verstehen, was sie tun, wie ihr Code funktioniert und wie er sich richtig und fehlerfrei erweitern lässt. Auch bleibt ein solides Verständnis bewährter Praktiken und Methoden also sehr wichtig. Damit Ihnen der Einstieg oder die Weiterentwicklung leichter fällt, finden Sie hier eine Übersicht der besten Methoden für die Entwicklung individueller Software.

Warum Best Practices in der Softwareentwicklung wichtig sind

Automatisierte Tools wie Lovable oder Base64 entwickeln sich rasant weiter, was den Eindruck macht, dass Programmierkenntnisse weniger wichtig werden. Das stimmt jedoch nicht: KI-Agenten übersehen viele Details, machen Fehler, interpretieren Eingaben falsch oder können ein Projekt komplett durcheinanderbringen. Selbst fortgeschrittene KI-Tools wie Claude Code oder Cursor Agent brauchen eine klare menschliche Kontrolle, damit sie zuverlässig funktionieren. Deshalb bleibt es wichtig, Best Practices zu kennen. Sie machen es deutlich, wer wirklich programmieren kann und wer sich nur auf KI-Tools verlässt. Zudem wird unnötige Nacharbeit reduziert, das Fehlerrisiko sinkt und langfristige Softwareentwicklung Kosten werden erheblich minimiert.

Auswirkungen auf Qualität, Skalierbarkeit und langfristige Kosten

Bewährte Methoden in der Softwareentwicklung sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung. Erfahrungen aus vielen Projekten zeigen, dass Projekte ohne klar strukturierte Arbeitsprozesse schlecht skalierbar sind: Neue Funktionen lassen sich schwieriger einbauen, alte Probleme nur mühsam beheben, die Performance und Sicherheit sinken. Auf Dauer wird das System schwer wartbar. Das hat auch schlimme Folgen für das Budget: Wenn das Produkt kaum weiterentwickelt werden kann und schließlich die entstandenen Probleme beseitigt werden müssen, kostet das viel Zeit und erfordert erfahrene Fachkräfte. In solchen Situationen greifen Unternehmen meist auf die Einstellung von Software-Entwicklern mit der Erfahrung, während diejenigen, die den „chaotischen“ Code geschrieben haben,  nicht mehr einbezogen werden.

Auswirkungen auf Teamproduktivität und Umsetzungsgeschwindigkeit

Wenn man Best Practices verwendet, wird der gesamte Code deines Produkts deutlich übersichtlicher. Das beschleunigt die Einarbeitung neuer Teammitglieder, weil sie die Systeme schneller verstehen. Die Entwicklungszyklen verkürzen sich, da weniger Aufwand für unstrukturierte Prozesse, unübersichtliche Strukturen und unklare Logik entsteht. Zudem entstehen weniger Fehler: Strukturierter Code verhindert viele Probleme oder lässt sie früh erkennen. Des Weiteren gehört zu den meisten Best Practices, dass Code vor Deployment sorgfältig intern geprüft wird. Dadurch lassen sich Fehler vermeiden, und das gesamte System wird stabiler und verlässlicher.

Clean-Code-Prinzipien: Die Grundlage für stabile und pflegeleichte Software

Ohne lange Vorrede finden Sie hier einige der wichtigsten Best Practices in der Softwareentwicklung, die Ihnen helfen, sauberen und gut wartbaren Code zu schreiben.

Sauberen und wartbaren Code schreiben

Es gibt drei grundlegende Clean-Code-Regeln, die sehr schnell zeigen, wer wirklich programmieren kann und wer erst am Anfang steht:

    • Aussagekräftige Variablen- und Funktionsnamen verwenden. Gerade am Anfang achten viele Entwickler wenig auf sinnvolle Bezeichnungen. Es geht schneller, Variablen einfach „a“, „b“ oder „c“ zu nennen, besonders bei kleinen Übungsaufgaben wie LeetCode. Auf Dauer führt das jedoch zu Problemen: Ohne aussagekräftige Namen wird bald unklar, welche Aufgabe eine Funktion erfüllt. Verwenden Sie daher von Anfang an die Bezeichnungen, die eindeutig wiedergeben, was Elemente darstellen und leisten, auch wenn sie etwas länger werden.
    • Wiederholen Sie sich nicht/Don’t Repeat Yourself (DRY). DRY gehört zu den wichtigsten Grundsätzen für qualitativen Code. Wiederholen Sie dieselbe Logik im gleichen Projekt. Ähnlicher Code sollte in Funktionen gekapselt werden, damit er verständlich bleibt und wiederverwendet werden kann. Doppelter Code führt schnell zu Chaos und kann Programme verlangsamen, weil Compiler oder Interpreter dieselben Routinen mehrfach durchlaufen müssen. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig, ob Sie Logik, Schleifen oder den Code mehrfach geschrieben haben, und fassen sie gegebenenfalls zusammen.
    • Kleine Funktionen schreiben. Je größer eine Funktion wird, desto schwerer ist sie nachvollziehbar. Funktionen sollten keine Allzwecklösungen sein, sondern klar abgegrenzte Bausteine, die genau eine Aufgabe erfüllen, und das strukturiert, verständlich und präzise.
    • Klare Verantwortlichkeiten definieren. Dieser Grundsatz baut auf dem vorherigen auf und erweitert ihn. Jede Datei, jedes Modul, jeder Ordner, jede Klasse und jeder Typ sollte eine eindeutig definierte Aufgabe haben. Logiken dürfen sich nicht überschneiden. Wenn Klassen mehrere Themenbereiche vermischen, wird die Codebasis schnell unübersichtlich und für die Entwickler später schwerer verständlich.

    Diese Grundlagen sind entscheidend, um skalierbaren und modularen Code zu schreiben und die Voraussetzungen für langfristige Wartbarkeit zu schaffen. Auch wenn sie einfach erscheinen, sind sie entscheidend, um richtig gut zu werden, und zugleich der erste Schritt in Richtung Professionalität.

    Modulares Code-Design für zukunftssichere Software

    Dieser Bereich überschneidet sich teilweise mit objektorientierter Programmierung (OOP): Der Code sollte in logische Bausteine (sogenannte Klassen) gegliedert sein, die Methoden und Attribute enthalten, die zu ihrem jeweiligen Kontext gehören. Wenn Ihr System Nutzer hat, braucht es eine passende User-Klasse mit Eigenschaften wie E-Mail und Passwort. Natürlich kann ein System auch funktionieren, wenn Sie dafür nur Arrays voller Objekte verwenden und deren Werte getrennt speichern. Doch das ist fehleranfällig, unübersichtlich und macht Fehler fast unvermeidlich. Eine sauber abstrahierte User-Klasse, die idealerweise gekoppelt an die Datenbank ist, wäre deutlich stabiler.

    Diese Klasse sollte außerdem dem Single-Responsibility-Principle (SRP) folgen, einem der SOLID-Prinzipien. Demnach hat jede Klasse, jedes Modul und jede Funktion genau eine Aufgabe. In unserem User-Beispiel hätte eine Auto-Eigenschaft also nichts verloren; dafür braucht es eine eigene Fahrzeugklasse, die höchstens mit der User-Klasse verbunden ist. Ohne dieses Prinzip wird die gesamte Codebasis schwerer verständlich und anfälliger für Fehler, weil Logiken nicht klar verteilt sind.

    Schließlich sollte Ihre Software in separate Ebenen unterteilt sein. Bei einem Backend-System gehören dazu Router, Controller, Services, Repositories usw. Jede Ebene hat eine klar definierte Aufgabe und ist auf genau die dafür vorgesehenen Funktionen ausgelegt. So vermeiden Sie fast vollständig Verstöße gegen das DRY-Prinzip, da alles am richtigen Platz ist und seine Aufgabe erfüllt. Dadurch lassen sich Code und Funktionen auf sehr natürliche und intuitive Weise wiederverwenden.

    Codebeispiel: Vorher und Nachher beim Clean-Code-Refactoring

    Hierzu finden Sie zwei Codebeispiele, die Abläufe zeigen, wie sie etwa in SAP-ähnlichen Systemen auftreten könnten.

    Schlechter Code: unklare Namen, keine Funktionen, Wiederholungen, schwer nachvollziehbar

    p = 100
    
    d = 0.15
    
    q = 3
    
    # Calculate discount
    
    t = p * d
    
    f = p - t
    
    print(f"Price: {p}, discount: {d}, total: {f}")
    
    # Calculate discount again (duplicated code!)
    
    p2 = 200
    
    d2 = 0.15
    
    q2 = 5
    
    t2 = p2 * d2
    
    f2 = p2 - t2
    
    print(f"Price: {p2}, discount: {d2}, total: {f2}")
    
    # Calculate discount one more time (more duplicated code!)
    
    p3 = 50
    
    d3 = 0.20
    
    q3 = 2
    
    t3 = p3 * d3
    
    f3 = p3 - t3
    
    print(f"Price: {p3}, discount: {d3}, total: {f3}")

    Guter Code: klare Bezeichnungen, wiederverwendbare Funktionen, DRY (Don’t Repeat Yourself).

    def calculate_discounted_price(original_price, discount_percentage):
    
       """
    
       Calculates the final price after applying a discount.
    
      
    
       Args:
    
           original_price: Product price before discount
    
           discount_percentage: Discount percentage (e.g., 0.15 for 15%)
    
      
    
       Returns:
    
           Final price after discount
    
       """
    
       discount_amount = original_price * discount_percentage
    
       final_price = original_price - discount_amount
    
       return final_price
    
    def display_purchase_info(original_price, discount_percentage, quantity):
    
       """
    
       Displays purchase information with a discount in a formatted way.
    
      
    
       Args:
    
           original_price: Unit price of the product
    
           discount_percentage: Applied discount percentage
    
           quantity: Number of products
    
       """
    
       final_price = calculate_discounted_price(original_price, discount_percentage)
    
       total_purchase = final_price * quantity
    
      
    
       print(f"Product: ${original_price:.2f}")
    
       print(f"Discount: {discount_percentage * 100:.0f}%")
    
       print(f"Price with discount: ${final_price:.2f}")
    
       print(f"Quantity: {quantity}")
    
       print(f"Total purchase: ${total_purchase:.2f}")
    
       print("-" * 40)
    
    # Using the functions - clean, readable, and reusable code
    
    display_purchase_info(original_price=100, discount_percentage=0.15, quantity=3)
    
    display_purchase_info(original_price=200, discount_percentage=0.15, quantity=5)
    
    display_purchase_info(original_price=50, discount_percentage=0.20, quantity=2)

    Fazit: Software bauen, die dauerhaft verlässlich bleibt

    With this, we hope you’ve understood the importance of following the software engineering best practices during coding to create a well-structured, maintainable, and readable system. Though they are pretty basic rules, they’re crucial for the success in developing maintainable code that will probably be used across the years and by other developers as well. If, for instance, you don’t name your variables very well, you will surely forget what they’re meant for, and the code will be an absolute mystery for developers who don’t know it, and who didn’t code it in the first place. And if, on another instance, you don’t follow the Don’t Repeat Yourself (DRY) principle, your code will be an absolute mess, and might even become slower just because of that.

    So, as you can see, these best practices are the core concepts every developer should have embedded in their minds and follow naturally, without thinking about it. Think of them as the practice of driving: after a while, you don’t really think about driving, you just do it subconsciously. You should know these best practices by heart to the point where you do the same. Then you’ll start progressing to become a better developer, as even the harder concepts more or less relate to these we have enlisted here; for instance, SOLID is, very basically, a specification on how to better use these best practices.

    And, if you’re a company seeking to hire custom front-end or back-end development services, you should know that good developers know these very basic principles by heart. If you ever see code that doesn’t follow these rules, then you can rest assured that they are really bad programmers and probably are not a good choice for developing your systems, no matter how cheap they are. These principles will, then, help you better judge how good developers are: if their code isn’t that easy to understand at a glance, then they probably are still in the very early learning stages.

    Damit hoffen wir, dass Sie verstanden haben. wie wichtig es ist, beim Coding die grundlegenden Best Practices der Softwareentwicklung einzuhalten. Sie helfen dabei, ein gut strukturiertes, wartbares und leicht lesbares System zu bauen. Diese Regeln sind zwar einfach, sind aber entscheidend, wenn der Code über Jahre hinweg bestehen soll und auch von anderen Entwicklern genutzt wird. Benennen Sie die Variablen nicht sinnvoll, vergessen Sie schnell, wofür sie gedacht sind. Für andere, die den Code nicht geschrieben haben, ist er dann sehr kompliziert. Und wenn Sie das Don’t-Repeat-Yourself-Prinzip (DRY) nicht beachten, wird Ihr Code schnell unübersichtlich und kann auch langsamer werden.

    Diese Best Practices gehören zu den grundlegenden Konzepten, die jeder Entwickler kennen sollte. Idealerweise wenden Sie diese Techniken automatisch an, wie beim Autofahren, bei dem vieles nach einer Weile ganz automatisch läuftt. Sie sollten diese Regeln so gut kennen, dass Sie sie ganz selbstverständlich umsetzen. Dann machen Sie echte Fortschritte, denn viele anspruchsvollere Konzepte auf genau diesen Grundlagen beruhen. SOLID ist beispielsweise eine stark vereinfachte Ausarbeitung dieser Prinzipien.

    Wenn Sie als Unternehmen Entwickler für Frontend oder Backend Entwicklung Projekte suchen, sollten Sie wissen: Gute Entwickler kennen diese Grundregeln auswendig. Sie setzen sie konsequent um. Wenn Sie Code sehen, wo diese Prinzipien missachtet sind, können Sie davon ausgehen, dass die betreffende Person nicht besonders kompetent ist – unabhängig davon, wie hoch ihr Stindensatz ist. Diese Grundsätze helfen Ihnen daher auch, die Qualität eines Entwicklerteams besser einzuschätzen. Ist der Code nicht auf den ersten Blick verständlich, steht das Team vermutlich noch am Anfang seiner Lernphase.